von | 03. Mai 2022 | Allgemein

 

Mein Leben war vorüber….

Zumindest fühlte es sich so an.

 

  • Ich konnte nicht mehr arbeiten, nicht mehr unbeschwert rausgehen und Freunde treffen, Hobbies nachgehen und so vieles mehr NICHT…!
  • Ich schaffte es gerade so noch, meine kleine Tochter und mich zu versorgen und „im Kleinen“ zu funktionieren.
  • Ich hangelte mich von Arzt- zu Therapeutentermin und kämpfte gegen den Totalzusammenbruch.
  • Ich suchte Hilfe in und bei allem Möglichen und griff nach jedem Strohhalm, den man mir bot.

 

Aber NICHTS von alldem, hat meine Angststörung und meine Panikattacken mittelfristig und nachhaltig beendet.

 

 

ERST, nachdem ich KONSEQUENT nur noch das getan habe, was MIR guttat – mal OHNE permanente Rücksicht auf mein Umfeld und die Erwartungen anderer – wurde es stetig besser: Die Attacken nahmen ab und die Abstände zwischen ihnen wurden immer länger.

 

Und was passierte?

 

>>> Mein Umfeld dachte, ich sei verrückt geworden…

(Ha! Was für ein Witz! Ich dachte doch 10 Jahre mit meiner Angststörung, ICH SEI SCHON VERRÜCKT!)…. es mauerte und moserte, ich sei egoistisch.

 

JAAAA, ich will jetzt egoistisch sein! LASST MICH DOCH!

 

 

Ich zog weg – von Nord- nach Süddeutschland in die hinterste Ecke. Niemand hatte Verständnis dafür: Wie kannst du nur? Was tust du dem Kind an? Und dem Kindsvater? Und deiner Mutter?

Und weitere zornige und enttäuschte Vorwürfe folgten.

 

Ich ließ mich nicht von meinem Vorhaben abbringen, packte Kind und meine 7 Sachen und machte mich auf den Weg…

Für mich ging es bei dem Wegzug – gefühlt – um Leben und Tod. In meinem ganzen Denken, Fühlen und Handeln ging es nur noch darum, dass ich (ganz) kaputt gehe, wenn ich bliebe.

 

 

Der Start in der neuen Umgebung war nicht leicht, es gab Hürden und Hindernisse, Job- und Geldprobleme zuhauf.

Und es war ein ganz anderer Schlag Menschen dort unten und ständig musste ich wegen des Dialektes nachfragen. (Alemannisch ist und bleibt für mich ein lustiges Kauderwelsch)

 

 

DOCH, trotz allem, spürte ich zunehmend eine gewisse Erleichterung und Entspannung, denn:

 

Dadurch, dass ich kaum jemanden kannte, konnte auch niemand kritisieren, was ich tat oder eben nicht mehr tat und ich fühlte mich mehr und mehr G E L A S S E N.

 

Und FREI!

 

Hier – im anonymen, neuen Umfeld – konnte ich endlich tun und lassen, was ICH für richtig hielt, OHNE mir hinterher anhören zu müssen, dass es falsch, unnötig, unverantwortlich, daneben, völlig irre oder sonst was gewesen wäre.

 

 

 

Jedes Wochenende ging es mit Wohnmobil und manchmal auch mit Nachbars-Hund auf Kurz-Trip nach Frankreich.

 

Ich liebte Frankreich!

Nicht nur wegen Baguettes, Croissants und Petit-fours (mmh, lecker), sondern vor allem, weil ich die Sprache kaum beherrschte und ich daher nicht verstand, über was die Menschen dort so redeten…

 

Ich hatte das (deutsche) Gemeckere, Gejammere, Gestöhne und Gemosere so satt!

 

 

Vielleicht meckerten, moserten, jammerten und stöhnten die Franzosen ja auch… – keine Ahnung! Ich konnte sie ja nicht verstehen!!! 😊

 

 

Ich suchte mir Jobs, die meinem Naturell mehr entsprachen: draußen in der Natur, mit Menschen und dabei irgendwie in Bewegung. Anstatt meinen alten (super-bezahlten!) Nine-to-five-Job als Vertriebsassistentin mit Dauersitzen am Schreibtisch, Telefon am Ohr und Augen vorm PC.

Gott, allein schon der Gedanke an mein damaliges Gefängnis bereitete mir Atemnot.

 

 

Was für ein Korsett, in dem ich damals steckte: Gefangen in der Idee, möglichst viel Geld zu verdienen, angespornt durch die Eltern, möglichst Karriere zu machen, am besten noch in der gleichen Firma, ein Leben lang.

 

 

Ich bin mir heute sicher, dass es diese (unbewusste) Annahme von Lebensweisheiten meiner Ursprungsfamilie war, die mich „krank“ gemacht haben.

Die Anpassung an ihre Lebensmodelle, die für sie ja prima funktioniert haben mögen (Nachkriegsgeneration und so), aber für mich leider nicht.

Und da es für Menschen furchtbar ist, allein auf weiter Flur zu sein, habe ich mich verdreht und adaptiert, um dazuzugehören.

Ich bin meinen Eltern nicht (mehr) böse. Sie wollten, glaube ich, wirklich nur das Beste für mich. Aber das Beste ist halt relativ…. Es war IHR Bestes: in ihrem Zeitgeist, in ihrer Ära, in ihrer Generation.

 

Für mich sind andere Sachen das Beste.

 

Meine Angststörung hat mir das gezeigt! Stück für Stück hat sie die alten anerzogenen und gelernten Strukturen auseinandergenommen, zerstört und ruiniert. Es fühlte sich Scheiße an, na klar.

Und dabei stellst du dich die ganze Zeit auch noch selbst in Frage…

 

FALSCH! HÖR AUF DAMIT! DENN DU BIST IN ORDNUNG!

 

Du brauchst einfach nur was anderes, als du es bisher gelernt hast.

 

  • Nimm deine Angststörung bitte ernst und höre ihr gut zu! Wenn du nicht mehr zur Arbeit gehen kannst wegen ihr, dann ist die Arbeit wohl nicht die Richtige für dich.

 

  • Leider sind es manchmal auch die Partner-Beziehungen, die eine Angststörung auslösen können, da wieder alte Anpassungs- und/oder Fremdbestimmungs-Muster aufkreuzen können.

 

Ich weiß, dass es tricky sein kann, wenn Abhängigkeiten bestehen, insbesondere finanzielle.

 

  • Dann wäre es wichtig, sich wenigstens eigene Oasen zu basteln, in denen man sein kann, wie man ist. Oder sich hin und wieder Auszeiten zu gönnen.

 

  • Lerne dich selbst besser kennen! Deine Werte, deine Träume, dein Potential!

 

Deine Angststörung hat genau die Aufgabe, dir DAS zu sagen! Das ist ihre Botschaft!

 

ES GIBT EIN LEBEN NACH DER ANGSTSTÖRUNG! EIN VIEL SCHÖNERES NOCH OBENDRAUF!!!

 

Von Herzen,

deine Simone

 

PS: Nur Mut für neue Schritte!

Buche ein Kennenlern-Gespräch mit mir, um herauszufinden, WER DU WIRKLICH BIST, WAS DU LIEBST, WO DU LOSLASSEN SOLLTEST UND WAS DEIN WEG SEIN KANN. Ich bin eine erfahrene „Aussteigerin“ 😊

 

 Raus aus dem toxischen Sumpf aus Angst und Panik

                                rein in den Flow!

 

Herzlichst,

deine Simone

 

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